Überschüssiges Wasser: Diuretika zur Entwässerung

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Überschüssiges Wasser: Diuretika zur Entwässerung

Der menschliche Körper besteht zu einem Großteil aus Wasser. Daher ist er auf die regelmäßige Zufuhr von Flüssigkeit angewiesen. 1,5 bis 2 Liter Wasser sollte ein Erwachsener täglich trinken, um langfristig seine Gesundheit zu unterstützen. Normalerweise regelt der Stoffwechsel die Wasseraufnahme, die Wasserverarbeitung und die Wasserabgabe. Manchmal liegen aber Erkrankungen im Körper vor, sodass Wasser an nicht dafür vorgesehenen Stellen eingelagert wird oder der Körper anderweitig durch Wasser oder Mineralstoffe belastet wird. In diesen Fällen kann dem Körper eine Entwässerung helfen. Diese kann gezielt durch die Einnahme von Diuretika erfolgen.

Unterstützung im Wasserstoffwechsel

Wenn der Stoffwechsel reibungslos funktioniert, wird das Wasser im Körper aufgenommen und zu den einzelnen Zellen transportiert. Allein rund zwei Drittel des Körperwassers befinden sich in den Zellen. Das weitere Drittel ist im extrazellulären Raum zu finden. Wird der Körper durch zu hohe Wassereinlagerungen belastet, können Wassertabletten zum Einsatz kommen. Sie können das Herz bei einer Herzschwäche oder einer koronaren Herzerkrankung entlasten und erhöhte Blutdruckwerte senken. Weitere Flüssigkeitsansammlungen, in Form von Ödemen, die auf Grund von Nieren- oder Lebererkrankungen entstehen, können Diuretika reduzieren. Doch unterschiedliche, in Deutschland zugelassene, Diuretika greifen nicht nur ausschließlich in den Wasserstoffwechsel, sondern auch beispielsweise in den Mineralstoffwechsel, ein.

Nierentätigkeit und Diuretika-Arten

Die menschliche Niere vollbringt Tag täglich Höchstleistungen. In ihr werden täglich rund 180 Liter Primärharn zu etwa 1,5 Liter Urin konzentriert. Dieser wird über die Blase ausgeschieden. Durch Diuretika wird diese ausgeschiedene Wassermenge erhöht. Dies geschieht in der Regel durch die Unterbindung der Rückresorption von Natrium-Ionen. Je nachdem, wo Diuretika in die Aufnahmevorgänge eingreifen, werden sie fachlich in unterschiedliche Gruppen untereilt. So gibt es sogenannte Carboanhydrasehemmer, Schleifendiuretika, Thiazide, Kalium-sparende Diuretika, Aldosteronantagonisten, osmotische Diuretika und pflanzliche Diuretika. Alle wirken ein wenig anders. Allen gemeinsam ist die Förderung der Harnmenge. Die meisten schwemmen zudem Salze aus dem Körper aus. Hierdurch sinkt der Blutdruck und ein krankes Herz kann entlastet werden.

Alternativen zur natürlichen Entwässerung

Neben den klassischen Medikamenten gibt es auch pflanzliche Diuretika. Präparate mit Birke, Goldrute, Schachtelhalm, Wacholder und Hauhechel können beispielsweise eingesetzt werden. Wenn es vornehmlich um eine einfache Entwässerung, beispielsweise bei schweren Beinen durch Wassereinlagerungen geht, kann auch der Genuss von frischem Spargel oder harntreibendem Tee, mit Brennnessel oder Löwenzahn, eine gute Wirkung zeigen. Zudem gibt es Studien, die positive Wirkungsweise von Kurkuma im Einsatz bei Ödemen belegen. Auch Gurken, Sellerie oder Wassermelone sind hilfreich. Alle enthalten viel Wasser und Kalium als Gegenspieler des Natriums in den Zellen. Bei chronischen oder akuten Erkrankungen sollte grundsätzlich eine Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker erfolgen, bevor Medikamente oder Präparate zur Entwässerung eingenommen werden.

Doping durch Diuretika: Bei einigen Leistungssportarten kommt es auf das Gewicht des Sportlers an. Mit Wasserverlust können direkt vor Wettkämpfen beispielsweise beim Bodybuilding die Muskeln intensiver in Szene gesetzt werden. Auch beim Boxen, Judo oder Ringen sind Gewichtsklassen ein wichtiger Aspekt. Daher fallen Diuretika unter Dopingmittel.

2017-11-29T15:19:55+00:00 29. November 2017|0 Comments

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