Reduziertes Durstgefühl im Seniorenalter

//Reduziertes Durstgefühl im Seniorenalter

Reduziertes Durstgefühl im Seniorenalter

Gerade bei sommerlichen Temperaturen ist regelmäßiges Trinken extrem wichtig. Mit zunehmenden Alter kann das Durstempfinden abnehmen. Zudem kann es aus individuellen physiologischen Gründen zu erhöhten Flüssigkeitsverlusten  kommen. Daher ist es für ältere Menschen in der warmen Jahreszeit ganz besonders wichtig, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Warum der Durst häufig nachlässt

Wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass ältere Menschen im Anschluss an den Genuss von Getränken schneller eine Sättigung empfinden als jüngere Menschen. Daher wird oftmals weniger getrunken. Alle Zellen unterliegen täglich einem Alterungsprozess. Gealtert wird im Grunde genommen das ganze Leben lang, nur im Seniorenalter zeigen sich die Folgen intensiver. Bei einer veränderten Sättigungswahrnehmung scheint die Ursache der Alterungsprozess von Nervenzellen zu sein. Vor allem im Mund und im Rachen, aber auch im Magen, kommt es zu einer beeinträchtigten Wahrnehmung. Dabei ist zusätzlich von einer Beeinträchtigung der von den Nervenzellen übermittelten Informationen im Gehirn auszugehen. Im Gehirn entsteht der Eindruck, der Körper hätte schon genug getrunken.

Wie ein klassisches Durstgefühl entsteht

Wird zu wenig Wasser getrunken entsteht ein Wassermangel im Körper. Dadurch nimmt das Blutvolumen ab, die Konzentration einiger Salze im Blut steigt und der Mensch nimmt das Gefühl von Durst wahr. Dies ist der Fall, wenn dem menschlichen Körper mehr als 0,5 Prozent seines Gesamtgewichtes durch Wasserverluste verloren gehen. Solange der Körper erneut Flüssigkeit erhält  greift ein Mechanismus. Sensoren im Mund- und Rachenraum, in der Speiseröhre und im Magen teilen dem Gehirn ein Auffüllen der Flüssigkeitsreserven mit. Das Gehirn stoppt alle vorsorglichen Vorgänge, die einem Flüssigkeitsmangel entgegen wirken sollten. Dadurch vergeht auch das Durstgefühl. Die Natur hat dies im Körper so eingerichtet, dass bereits vor der Ankunft des Wassers, über den Darm, im Blut eine Gegensteuerung stattfindet. Dabei sind die Sensoren im gesunden Körper so sensibel, dass sie einschätzen können, wieviel Flüssigkeit auf dem Weg zur Verwendung im Körper ist.

Verminderte Flüssigkeitsaufnahme und erhöhter Wasserbedarf

Der bei der Entstehung des Durstgefühls angewendete Mechanismus scheint bei älteren Menschen häufig nicht mehr reibungslos zu funktionieren. Daneben scheint das Gehirn im Alter sensibler auf bereits geringere Flüssigkeitsmengen zu reagieren. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Sensoren an den Nerven in den Verdauungsorganen im Alter in ihrer Genauigkeit nachlassen. Auch die Verarbeitung im Gehirn könnte zu Ungenauigkeiten führen. Obwohl ältere Menschen Durst an sich empfinden können, bringen diese veränderten Messmechanismen im Körper ein vermindertes Verlangen nach Getränken mit sich. Eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme kann die körperliche Gesundheit enorm beeinflussen.

Trinkmenge im Alter

Bei Senioren sollte die Trinkmenge, gemäß der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), mindestens 1,3 bis 1,5 Liter betragen. Dieser Wert ist als ungefährer Richtwert anzusehen. Zudem spielen persönliche Umstände beim Flüssigkeitshaushalt eine wichtige Rolle. So können die Einnahme von Medikamenten, ein vermehrter Bewegungsdrang, Erkrankungen, die mit Fieber, Erbrechen oder Durchfall einhergehen oder hochsommerliche Temperaturen den Wasserbedarf von älteren Menschen zusätzlich erhöhen. Ältere Menschen, die an Erkrankungen des Herzens, der Nieren oder der Leber leiden, sollten bei der Flüssigkeitsmenge Rücksprache mit ihrem Arzt halten.

Einfache Tipps zur besseren Wasserversorgung: Mit einem Trinkprotokoll kann einfach über den Tag festgehalten werden, wie viel Flüssigkeit bereits aufgenommen wurde. Auch ist es hilfreich, sich die entsprechende Gläseranzahl für den Trinkbedarf eines ganzen Tages sichtbar an einem Platz in der Küche aufzustellen.

2017-07-05T17:11:48+00:00 5. Juli 2017|0 Comments

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