Extremes Wassertrinken bei Diabetes insipidus

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Extremes Wassertrinken bei Diabetes insipidus

Der durchschnittliche Erwachsene trinkt an einem durchschnittlichen Tag, bei durchschnittlichen Temperaturen und durchschnittlicher körperlicher Betätigung, um die 1,5 Liter Wasser oder andere Getränke. Sportler werden an heißen Tagen teilweise um die drei Liter Wasser trinken. Wer aber täglich problemlos weit über drei Liter Wasser trinkt, ein gesteigertes Durstgefühl empfindet und dementsprechend häufig die Toilette aufsuchen muss, könnte an Diabetes insipitus leiden.

Ein Krankheitsbild mit ständigem Durst

Diabetes mellitus ist den meisten Menschen ein Begriff, Diabetes insipitus nicht. Während bei Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 der Zuckerstoffwechsel gestört ist, handelt es sich bei Diabetes insipitus um eine Störung des Wasserstoffwechsels. Dieses Krankheitsbild wird daher auch als Wasserharnruhr bezeichnet. Menschen, die an Diabetes insipitus leiden, haben ständig das beängstigende Gefühl auszutrocknen. Und dies obwohl sie, auch bei moderaten Temperaturen und ohne körperliche Extremleistungen, locker 10 Flaschen Wasser am Tag trinken. Ein gesunder Mensch würde die Menge gar nicht verstoffwechseln können. Die Gefahr einer akuten Wasservergiftung wäre bei den meisten Menschen schon bei weniger als der Hälfte dieser Flüssigkeitsmenge zu befürchten. Eine Wasservergiftung kann im schlimmsten Fall zu einer tödlichen Gehirnschwellung führen.

Nur Durst oder ernsthaft krank?

Unter körperlicher Belastung, bei der Arbeit oder beim Sport, ist es normal, dass das Durstgefühl bei gesunden Menschen gesteigert wird. Und dies ist auch gut so, da der Körper mehr Wasser verliert und die Wasserbilanz ausgleichen muss. Wer aber ständig Durst hat und unzählige Male am Tag die Toilette aufsuchen muss, sollte sich in jedem Fall medizinisch untersuchen lassen. Im Wasserstoffwechsel, der möglicher Weise gestört sein könnte, spielen die Nieren die Hauptrolle. In den Nieren wird der überschüssige Flüssigkeitsanteil aus dem Blut herausgefiltert. Dieser wird dann in Form von Urin an die Blase weitergegeben. Kleinste Messzellen, die sich auch im Gehirn befinden, registrieren, wie viel überschüssige Flüssigkeit der Organismus loswerden muss oder auch, ob zusätzliches Wasser benötigt wird. Ist dieser Mechanismus gestört, kann es beispielsweise zu krankhaftem Durst kommen. Glücklicher Weise ist Diabetes insipidus nicht lebensbedrohlich, solange genug Flüssigkeit aufgenommen wird.

Diabetes insipidus centralis und renalis

Es gibt zwei unterschiedliche Formen des Diabetes insipidus, den centralis und den renalis. Der Diabetes insipidus centralis entsteht durch eine Schädigung im Gehirn. Der Hypothalamus kann zum Beispiel durch eine Kopfverletzung, eine Hirnhautentzündung oder einen Tumor geschädigt worden sein. Hierdurch bedingt können nicht genug, für den Wasserstoffwechsel notwenige, Hormone herstellt, ausschüttet oder gespeichert werden. Bei einem geringen Prozentsatz der Menschen mit Diabetes insipidus centralis kann die Krankheit auch erblich bedingt sein. Beim Diabetes insipidus renalis reagieren die Nieren nicht auf die ausgeschütteten Hormone. Im Gehirn liegt keine Schädigung vor. Die Nierenschädigung kann vererbt oder erworben sein. Meistens stecken chronische Nierenerkrankungen oder starke Medikamente dahinter, die die Gesundheit beeinträchtigt haben.

Achtung bei Störungen des Wasserhaushaltes: Bei sehr hohem, unbegründetem Durstgefühl oder ständigem starken Harndrang ist es ratsam, einen Endokrinologen aufzusuchen. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit wird ein hormonelles Problem hinter der Störung des Wasserstoffwechsels stecken.

2017-10-11T12:37:10+00:00 4. Oktober 2017|0 Comments

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