Bedeutet „rohes“ Wasser auch gesünderes Wasser?

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Bedeutet „rohes“ Wasser auch gesünderes Wasser?

Wasser ist das Lebenselixier überhaupt. Ohne es ist kein Leben möglich. In den letzten Jahren ist der Hype ums Wassertrinken immer größer geworden. Wasser soll nicht nur die Flüssigkeitsreserven auffüllen, sondern es soll vitaler machen und vor allem soll es auch schmecken. In den USA braut sich ein neuer Trend auf dem Wassermarkt zusammen: das sogenannte „rohe“ Wasser. Doch dieser Wassertrend ist mit Risiken behaftet.

Die Mineralwasserindustrie boomt

Während 1970 in Deutschland nur 12,5 Liter Mineralwasser pro Kopf verbraucht wurden, waren es im Jahr 2017 bereits durchschnittlich 147,7 Liter, Heilwasser mit eingeschlossen (Quelle: Statista, 2018,  www.statista.com). Fast 200 Mineralbrunnenbetriebe drängen mit ihren über 500 Mineralwässern und rund 40 Heilwässern unterschiedlichster Art auf den Markt. Die Liste der möglichen Merkmale für Mineral- und Trinkwasser wird immer länger:

  • mit Kohlensäure, medium oder still
  • mit viel, wenig oder (fast) keinen Mineralstoffen
  • bio oder konventionell
  • ob und wie gefiltert oder nicht
  • ob und wie belebt (energetisiert, levitiert, vitalisiert, informiert, strukturiert) oder nicht
  • natürlich oder künstlich vitaminisiert
  • infused mit Früchten, Gemüse oder Kräutern
  • vegan oder nicht

Hinzu kommt der Punkt, ob das Wasser in einer Glas- oder Kunststoffflasche lagert wird oder direkt aus dem Wasserhahn sprudelt.

Wasser-Bekömmlichkeit ist individuell

Wasser ist immer wertvoll für den menschlichen Körper. Welches Wasser besonders bekömmlich ist, hängt überwiegend von der eigenen körperlichen Konstitution ab. Vor allem Menschen mit empfindlichen Magen und Verdauungssystem tun gut daran, eher auf kohlensäurearme Wässer auszuweichen. Wer zu hohem Blutdruck neigt, sollte auf natriumarme Mineralwässer ausweichen. Für Babys und Kleinkinder sind Wässer ohne Kohlensäure, mit möglichst wenigen Mineralstoffen, am bekömmlichsten. Bio-Mineralwasser und Wässer, aus denen alle Schadstoffe und Kontaminationen rausgefiltert sind, sind langfristig natürlich gesünder für jeden Körper. Die Belebung von Wasser scheint positive Wirkungsweisen auf Menschen, Tiere und Pflanzen zu haben, ist allerdings in allen ihren Facetten noch nicht hinreichend wissenschaftlich erforscht. Wässer mit Zusätzen sollten ausschließlich natürliche Zutaten enthalten. Jeder künstlicher Zusatz belastet den Körper in seinem Stoffwechsel unnötig. Lauwarmes Wasser lässt sich für den Körper, nach dem Trinken, am einfachsten verwerten, denn es muss in seiner Temperatur weder großartig erwärmt, noch runtergekühlt werden.

„Rohes“ Wasser mit höherem Gesundheitsnutzen?

Der neue amerikanische Wasser-Trend breitet sich vor allem in Silicon Valley und San Francisco aus. Wasser aus natürlichen Wasserquellen wird ohne Filterung, Sterilisation oder andere Art von Behandlung direkt in große Glasflaschen abgefüllt. Das „rohe“ Wasser soll, nach Auskunft der Abfüller, gesünder sein als herkömmliches Leitungs- oder Mineralwasser. Hinter dem Gedanken steht die These, dass übliche Sterilisations- und Filtervorgänge dem Wasser seine natürlichen Mineralstoffe entziehen. Zudem werden gesundheitsfördernde natürlich vorkommende Probiotika und „gute“ Bakterien inaktiviert. Diese, im „rohen“ Wasser noch vorhandenen Komponenten, würden das Wasser somit deutlich gesünder machen. Das „rohe“ Wasser soll außerdem sensorisch den Vorteil haben, dass es eine leicht milde Süße aufweist.

Selbst wenn das hochwertige natürliche Quellwasser verlockend klingt, so ist ungereinigtes Wasser immer eine Gefahrenquelle für unterschiedliche Krankheitserreger. Beim „rohen“ Wasser sind vor allem einzellige Parasiten, die die Durchfallerkrankung Giardiasis hervorrufen können, ein sehr großes Risiko für Kinder, ältere und kranke Menschen. Zudem muss das „rohe“ Wasser zum Probiotika-Erhalt durchgehend gekühlt bleiben. Bleibt es zu lange stehen, verfärbt sich das Wasser grünlich. Dies wäre beim abgefüllten Mineralwasser und auch beim Leitungswasser nicht der Fall, da es bereits nicht mehr „lebendig“ ist.

Eine sichere Alternative: Das deutsche Trinkwasser stammt zu rund 70 % aus Quell- und Grundwasser. Die Wasserwerke analysieren es und bereiten es, wenn notwendig, auf. Natürliche Mineralstoffe, Bakterien und Probiotika können durch andere Lebensmittel aufgenommen werden und die Gesundheit ebenfalls fördern. Wem das Trinkwasser nicht „lebendig“ genug ist, der kann es nachträglich selbst beleben.

2018-01-24T09:52:09+00:00 24. Januar 2018|0 Comments

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